{"id":1168,"date":"2013-07-17T09:45:33","date_gmt":"2013-07-17T09:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/?p=1168"},"modified":"2013-07-17T09:45:33","modified_gmt":"2013-07-17T09:45:33","slug":"bruderle-rosler-namensartikel-fur-die-frankfurter-allgemeine-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/?p=1168","title":{"rendered":"BR\u00dcDERLE\/R\u00d6SLER-Namensartikel f\u00fcr die \u201eFrankfurter Allgemeine Zeitung\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin. Der Spitzenkandidat zur Bundestagswahl, FDP-Pr\u00e4sidiumsmitglied und Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion RAINER BR\u00dcDERLE und der FDP-Bundesvorsitzende Bundeswirtschaftsminister DR. PHILIPP R\u00d6SLER schrieben f\u00fcr die \u201eFrankfurter Allgemeine Zeitung\u201c (Freitag-Ausgabe) den folgenden Namensartikel:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Energiewende ja, aber richtig!<\/strong><\/p>\n<p>Die Energiewende begann vor zwei Jahren als gro\u00dfes Gemeinschaftswerk. Durch Subventionsinteressen von Lobbyisten und Standortinteressen besonders rot-gr\u00fcn regierter Bundesl\u00e4nder ist sie aktuell gef\u00e4hrdet. Es m\u00fcssen jetzt alle zur Vernunft kommen. Sonst haben die Reformblockierer Arbeitsplatzverluste in Industrie, Handwerk und Gewerbe und immer h\u00f6here Stromkosten f\u00fcr die B\u00fcrger zu verantworten. Die christlich-liberale Koalition hat bereits viel gegen die Sp\u00e4tfolgen der rot-gr\u00fcnen Subventionspolitik getan. Die Verg\u00fctung f\u00fcr Solarstrom ist bereits kr\u00e4ftig reduziert worden. Aber das reicht nicht. Jeden Tag gehen neue Subventionsanlagen ans Netz, f\u00fcr die alle Stromkunden 20 Jahre lang zahlen m\u00fcssen.<br \/>\nDie Energiewende braucht einen Neustart. Um den Kernenergieausstieg und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern, m\u00fcssen wir uns von der Vielzahl der zum Teil widerspr\u00fcchlichen Zielvorgaben verabschieden und auf ein Ziel, n\u00e4mlich die CO2 Reduzierung konzentrieren. Dieses Ziel m\u00fcssen die Energieversorger umsetzen. Wie sie das erreichen, sollen sie k\u00fcnftig selbst entscheiden, damit sich die wirtschaftlich beste L\u00f6sung durchsetzt und Strom bezahlbar bleibt.<\/p>\n<p>Folgende Schritte sind notwendig:<\/p>\n<p>1. Europa muss die Realit\u00e4ten in der Energiepolitik wieder wahrnehmen:<br \/>\nEnergiepreise sind ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Allein in Deutschland h\u00e4ngen nicht nur die rund 800.000 Arbeitspl\u00e4tze bei energieintensiven Unternehmen davon ab, sondern ganze Wertsch\u00f6pfungsketten unseres industriellen Mittelstands. Eine schleichende Deindustrialisierung werden wir nicht hinnehmen. Unser Wirtschaftsstandort Deutschland darf international nicht ins Hintertreffen geraten. Und auch die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger d\u00fcrfen nicht \u00fcberfordert werden.<br \/>\nWir d\u00fcrfen nicht tatenlos zusehen, wenn die Strompreise hierzulande Jahr f\u00fcr Jahr steigen, w\u00e4hrend sie in anderen Erdteilen gleichzeitig neue Tiefstst\u00e4nde erreichen. Denn anders als fr\u00fcher allgemein angenommen sind fossile Energietr\u00e4ger auf den Weltm\u00e4rkten nicht zur teuren Mangelware geworden. Im Gegenteil: Wo neue Technologien wie Schiefergas und \u00d6lsand zum Einsatz kommen, sinken die Energiepreise f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre drastisch. Dem Anstieg der Energiepreise in Europa muss ein Ende gemacht werden. Die Bezahlbarkeit von Energie ist mehr denn je ein entscheidender Faktor, um Wachstum und Besch\u00e4ftigung zu sichern.<\/p>\n<p>2. Die Energiewende ist eine Gelddruckmaschine f\u00fcr Wenige:<br \/>\nImmer mehr Partikularinteressen wollen mit der Energiewende Geld verdienen. Solarlobbyisten, Grundst\u00fccksspekulanten, Landesregierungen \u2013 jeder will ein m\u00f6glichst gro\u00dfes St\u00fcck vom Subventionskuchen. 20 Milliarden Euro zahlen Deutschlands Stromverbraucher allein in diesem Jahr daf\u00fcr. Und da die EEG-Umlage weiter steigt, bekommt die Energiewende eine soziale Schieflage. Millionen Mieter bezahlen, einige Hunderttausend kassieren. Das ist Umverteilung auf Kosten der Gerechtigkeit. So kann es nicht weitergehen.<\/p>\n<p>3. Bei der Energiewende m\u00fcssen Priorit\u00e4ten gesetzt werden:<br \/>\nDie Vielzahl an Zielen bei der Energiewende hat sich als Fehler erwiesen. Alle diese Ziele gleichzeitig zu verfolgen, ist teuer und f\u00fchrt zu immer mehr Planwirtschaft. Gesetzt sind nur der Kernenergieausstieg und die Reduzierung des CO2-Ausstosses. Die Installation von Solarmodulen ist ebenso wenig Selbstzweck wie unwirtschaftliche D\u00e4mmvorschriften f\u00fcr Bestandsbauten. Und einige Ziele sind widerspr\u00fcchlich. So machen etwa unbedingte Minderungsziele f\u00fcr den Stromverbrauch keinen Sinn, solange gleichzeitig durch den Ausbau der Erneuerbaren immer mehr Strom produziert wird. Viel wichtiger ist es, den erzeugten Strom effizient zu vermarkten und wirtschaftlich sinnvoll zu verwenden.<\/p>\n<p>4. Prozesse m\u00fcssen synchronisiert werden:<br \/>\nNetzausbau, Speicherforschung und Ausbau der Erneuerbaren geh\u00f6ren zwingend zusammen. Wenn der Ausbau der Erneuerbaren immer schneller der Planung davoneilt, k\u00f6nnen Netzausbau und Speicherforschung nicht folgen. Deshalb brauchen wir ein Moratorium f\u00fcr die Erneuerbaren.<\/p>\n<p>5. Schluss mit dem Kirchturmdenken:<br \/>\nDeutschland ist in allen Wirtschaftsbereichen erfolgreich, weil wir global denken. Nur bei der Energiepolitik dominiert Kirchturmdenken. Autarkie bei der Energieversorgung ist aber unsinnig und teuer. Mit Kleinstaaterei kommen wir nicht weiter. Statt Ausbaupl\u00e4nen im Liliput-Format brauchen wir den Blick auf das europ\u00e4ische Ganze. Die Energiewende muss noch st\u00e4rker europ\u00e4isch gedacht werden \u2013 beim Netzausbau genauso wie bei den notwendigen Back-Up-Kapazit\u00e4ten, bei konventionellen Kraftwerkskapazit\u00e4ten ebenso wie bei der F\u00f6rderung der Erneuerbaren.<\/p>\n<p>6. Mehr Markt, weniger Planwirtschaft:<br \/>\nFast ein Viertel der in Deutschland erzeugten Strommenge wird inzwischen \u00fcber das EEG mit staatlich garantierten Abnahmepreisen bezuschusst. Dies f\u00fchrt zu immer mehr Planwirtschaft in anderen Bereichen: Wir sind gezwungen, das Abschalten unrentabler Kraftwerke zu untersagen, um das Stromnetz stabil zu halten, wenn die Sonne nicht scheint. Und einige fordern lautstark Subventionen f\u00fcr Gas- oder Kohlekraftwerke. Dieser Weg in die Staatswirtschaft muss gestoppt werden. Auch in Europa brauchen wir Marktinstrumente f\u00fcr Energie- und Klimapolitik. Statt dreier Ziele f\u00fcr Energieeffizienz, Erneuerbaren-Ausbau und CO2-Aussto\u00df reicht ein CO2-Minderungsziel. Das muss, gemeinsam mit der Bezahlbarkeit von Energie, alleiniger Ma\u00dfstab unseres Handelns sein. Die Energieversorger h\u00e4tten eine klare CO2 Reduzierungsvorgabe und k\u00f6nnen den Weg dorthin selbst festlegen. Marktwirtschaftlich im Wettbewerb. So kommt die wirtschaftlich vern\u00fcnftigste L\u00f6sung zum Zug.<\/p>\n<p>Noch ist die Energiewende zu retten. Aber die Zeit wird knapp. Wenn weiter die den Ton angeben, die nur ihre eigenen Interessen statt des gro\u00dfen Ganzen verteidigen, dann gibt es ein b\u00f6ses Erwachen. Wir brauchen dringend einen Neustart f\u00fcr die Energiewende. Es ist h\u00f6chste Zeit f\u00fcr alle Beteiligten, die Barrikaden zu r\u00e4umen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin. Der Spitzenkandidat zur Bundestagswahl, FDP-Pr\u00e4sidiumsmitglied und Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion RAINER BR\u00dcDERLE und der FDP-Bundesvorsitzende Bundeswirtschaftsminister DR. PHILIPP R\u00d6SLER schrieben f\u00fcr die \u201eFrankfurter Allgemeine Zeitung\u201c (Freitag-Ausgabe) den folgenden Namensartikel:\u00a0 Energiewende ja, aber richtig! Die Energiewende begann vor zwei Jahren als gro\u00dfes Gemeinschaftswerk. Durch Subventionsinteressen von Lobbyisten und Standortinteressen besonders rot-gr\u00fcn regierter Bundesl\u00e4nder ist sie aktuell [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1168"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1168\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1169,"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1168\/revisions\/1169"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fdp-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}